(22. Januar 2015)  Bei vielen Versicherern gibt es kein etabliertes und aktives Ideen- bzw. Innovationsmanagement. Das liegt nur zum Teil an den Gesellschaften selbst, sondern auch in ihrer besonderen Dienstleistung begründet. Bis zum 31.01.2015 können Versicherer ihre Ideen bei "DeutschenIdeenPreis 2015" einreichen, der jährlich vom Deutschen Institut für Betriebswirtschaft ausgelobt wird. In den Kategorien Umweltidee, Ideenförderer, Trendidee und Internationale Idee können Eigenentwicklungen eingereicht und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

37 Ideen beim ersten Innovationspreis der Branche

Bereits im September 2014 gab es eine Premiere, auf der das Versicherungsmagazin zusammen mit dem Analysehaus Morgen & Morgen das erste Mal gemeinsam einen Innovationspreis speziell für Versicherer vergaben. Damit will man neue Ansätze sichtbar machen und Unternehmen anregen, ihre Ideen aus der Nische herauszuholen und aktiv im Markt zu pushen, bemerkte Prof. Heinrich R. Schradin vom Institut für Versicherungswissenschaft an der Universität Köln während der Preisverleihung, die in Köln stattfand. Er machte zudem deutlich, dass Versicherer von Natur aus vorsichtig und auf Ausgleich bedacht handeln müssen und nicht jeden Trend leichtfertig aufgreifen können. Umso erstaunlicher war es, dass immerhin 37 Ideen eingereicht wurden. "Die Vielzahl der Einsendungen hat gezeigt, dass die Branche enormes Innovationspotenzial hat und wir haben viele intelligente sowie zielgruppenorientierte neue Ansätze gesehen", freute sich Joachim Geiberger, Geschäftsführer von Morgen & Morgen. Gleichzeitig forderte er die Branche auf diesen innovativen Weg weiter zu beschreiten."
7 % fördern Innovationen nicht gezielt

Denn vor allem was ein institutionalisiertes Ideenmanagement betrifft, hat die Branche offenbar Nachholbedarf: Nur 43 % der Unternehmen wirken bewusst auf die Nutzung von Mitarbeiter-Ideen hin, die oft sehr wertvoll, meistens aber ungenutzt sind - wobei davon 41 % zwar Innovationsziele in der Unternehmensstrategie verankert haben, es aber an einer konsequent gelebten Innovationskultur mangelt. Das hat eine Studie des Centers for Leading Innovation & Cooperation (CLIC) aus dem Jahr 2014 ergeben. Das CLIC ist eine gemeinsame Initiative von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, der Leipzig Graduate School of Management sowie der Technischen Universität München und versteht sich als "Ideenschmiede" im Feld der Führung von Innovationen in Unternehmen und Märkten. Befragt wurden für die Studie Führungskräfte von 59 deutschen Schaden- und Unfallversicherern. Prof. Kathrin M. Möslein, Akademische Direktorin des CLIC, sieht in diesem Studienergebnis eine zentrale Chance: "Die Öffnung von Innovationsprozessen und die Einbindung des Versicherungsnehmers sind ein wichtiger Hebel für langfristigen Unternehmenserfolg." Die größten Herausforderungen sind laut Studie der Aufbau einer Innovationskultur, die Bereitstellung eines Budgets und die Institutionalisierung von Innovationen.

Viele Unternehmen zögern diese Schritte zu gehen - und verlieren so wertvolle Zeit.

Quelle: Wolters Kluwer Deutschland GmbH

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